Hörschäden | Wie kommt es zu Hörschäden?
Ein vermindertes Hörvermögen kann eine ganz natürliche Abnutzungserscheinung sein: die sogenannte Altersschwerhörigkeit. Es muß nicht immer, wie viele Mensche glauben, eine Krankheit darstellen. Es entsteht oft durch Einwirkungen des alltäglichen Lebens und ist deshalb vom Menschen kaum zu beeinflussen. Heutzutage ist etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland davon betroffen, denn Hörschwäche tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Schon bei 20jährigen ist das Hörvermögen im Bereich der höheren Töne deutlich schlechter als bei 10jährigen. Das liegt daran, daß mit der Zeit die Versorgung der Blutgefäße im Innenohr zunehmend schlechter wird. Die Sinneszellen sterben ab. So entsteht ein "Hochtonverlust", d. h. besonders Töne im oberen Frequenzbereich sind nur noch teilweise oder gar nicht mehr hörbar. Viele Betroffene leiden deshalb unter Verständnisschwierigkeiten, sie können Gesprächen in Ihrer Umwelt kaum noch folgen.Ähnlich ist es bei einer Hörschwäche durch Lärm. Dem zunehmenden Lärm konnte sich das Gehör innerhalb der letzten Jahrzehnte noch nicht ganz anpassen, und so stellen Autobahnen, Baustellen, Fluggeräusche im näherem Umfeld etc. eine tägliche Belastung dar, die gravierende Beeinträchtigungen nicht nur im Gehör, sondern auch im restlichen Körper zur Folge haben können. Nervöse Erschöpfung, erhöhter Blutdruck und Störungen im vegetativen Nervensystem sind nicht selten auftretende Krankheitssymptome der Menschen, die regelmäßig extremem Lärm ausgesetzt sind. Leider können sich die geschädigten Sinneszellen nicht mehr regenerieren. Der Mensch wird immer anfälliger für weitere Schädigungen.
Vorsicht ist auch bei Krankheiten geboten. Eine Infektion des Ohres, z. B. eine Mittelohrentzündung, kann die Hörfähigkeit verringern. Selbst Krankheiten anderer Natur wie Grippe, Masern, Scharlach oder auch Erkrankungen der Atmungsorgane können bleibende Hörschwächen hinterlassen. Krankheiten in der Schwangerschaft können bei Neugeborenen zu Hörfehlern führen. Da Hören für die Entwicklung eines Kindes entscheidend ist, sollte bei Kinderkrankheiten, Mandelentzündungen oder Erkrankungen des Mittelohres, früh ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Oft ist auch ein Hörsturz der Auslöser von Hörminderung und sogar Hörverlust. Er wird durch Virusinfektionen, aber auch durch streßbedingte Durchblutungsstörungen ausgelöst und macht sich durch einseitigen oder gar kompletten Hörverlust bemerkbar. Begleitet wird der Hörsturz oft von einem Druckgefühl oder von Zisch- und Pfeiftönen. Bei einem Hörsturz oder einem anhaltendem "Ohrensausen" (Tinnitus) ist eine sofortige ärztliche Behandlung dringend erforderlich, damit ein Hörverlust vermieden werden kann. Allgemein gilt: Schon bei kleinsten Anzeichen einer Hörschwäche sollten Sie nicht zögern, einen HNO-Arzt aufzusuchen.